Wir lernen aus der Geschichte – am besten dann, wenn uns der Gegenwartsbezug für unser eigenes Leben deutlich wird. Dies macht die Vergangenheit erlebbar, und so erfahren wir, wie sie uns und unser Handeln beeinflusst.

Lebendige Geschichtsvermittlung verlangt also nach einer eigenen sach- und fachbezogenen Didaktik und Pädagogik. Dies gilt ganz besonders für die Geschichte des Nationalsozialismus und seiner Wirkung bis in die Gegenwart. Hier ist höchste Sensibilität und pädagogisches Feingefühl gefragt – in einer Zeit, in der die Ängste großer Bevölkerungsteile denen der Bevölkerung am Vorabend der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten erschreckend ähneln.

Ausgefeilte Erziehungsmechanismen quer durch alle Generationen, Gesellschaftsschichten und -gruppen hatten vor 80 Jahren dazu geführt, dass das nationalsozialistische Gemisch aus Mythos, Sozialismus, Weltherrschaft und Rassismus zur akzeptierten gesellschaftlichen Realität wurde. Ist dies heute in einer hochentwickelten Gesellschaft noch möglich?

Verständlich, nachvollziehbar und aus unterschiedlichen Blickwinkeln beschreiben wir die Bühne und die Kulissen des Dritten Reichs und seiner missionarischen, geradezu religiösen, Vision, die im Tod von Millionen Menschen mündete. In gruppenspezifischen Schulungen vermitteln wir Menschen aller Altersgruppen eine Vorstellung nationalsozialistischer Erziehungs- und Manipulationsmethoden und machen sie so ein Stück weit resistent gegen die politische Verführung durch Heilsverkünder.

Andreas Brings · Dozent Fachhochschule für öffentliche Verwaltung

Regina Franziska Hiertz · Diplom-Sozialpädagogin

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